Andalusien
Andalusien blickt auf eine reiche, bereits Jahrtausende zurückreichende Kulturgeschichte zurück. Seit der frühen Antike haben hier die reichsten und mächtigsten Kulturen der damaligen Welt gesiedelt: Tertesser, Iberer, Phönizier, Kelten, Karthager, Wandalen, Byzantiner, Araber... Jede dieser Kulturen hat ihr Erbe beigesteuert, und deshalb ist Andalusien heute stolz auf eine kulturelle und menschliche, aber auch wirtschaftliche Vielfalt, die ihresgleichen sucht.
Dazu kommen das hervorragende Klima, die herrlichen Strände, Hochgebirge zum Skifahren, Bergwandern und noch vielerlei mehr. Gerade das Klima und dieses kulturelle Erbe aus so verschiedenen Epochen haben viel dazu beigetragen, Andalusiens Produkte und Erzeugnisse weltweit berühmt zu machen. Überall in der Welt erkennt man mit Bewunderung die Qualität der Olivenöle, der Weine Andalusiens, des Ibérico-Schinkens an...
Jaén
Die Provinz Jaén ist das Tor Andalusiens zum Rest der Iberischen Halbinsel. Diese strategisch wichtige Lage hat die lange Geschichte Jaéns geprägt: Seit den Zeiten der Römer und später unter den Arabern war Jaén der Schlüssel zu den Handelswegen und militärisch von hoher Bedeutung. Deshalb ist die gesamte Gegend reich an Festungsbauten und wunderschönen Burgen.
Die Landschaft Jaéns ist ausgesprochen abwechslungsreich: Ebenen mit Feldern, Gebirge, hügelige Landschaften... Vier Naturparks liegen hier, und zwei Städte stehen als Kulturerbe der Menschheit unter dem Schutz der UNESCO: Úbeda und Baeza. Doch am eindrucksvollsten in der Provinz Jaén ist wohl die Landschaft.
Eine Landschaft, die jeden bei seinem ersten Besuch zutiefst beeindruckt mit ihrem Spiel geometrischer Linien der endlos erscheinenden Olivenhaine, die sich hinter dem Horizont verlieren... Und dieses Meer aus Ölbäumen, das die Gegend bedeckt, hat die Lebensweise der Menschen hier zutiefst geprägt. Kultur und Wirtschaft drehen sich direkt oder indirekt um das Olivenöl: den Aceite de Oliva. Und aus diesem Grund ist Jaén weltweit der führende Erzeuger des "flüssigen Goldes".
Canena
Die kleine Stadt Canena mit ihren 2.132 Einwohnern liegt bei Straßenkilometer 136 an der Nationalstraße CN-322, rund 50 km entfernt von der Hauptstadt Jaén, 9 km von Úbeda und Baeza sowie 17 km von Linares. Wegen ihrer Lage gilt die Stadt als Tor zu La Loma, einer Gegend mit lang zurückreichender Tradition im Olivenanbau.
Der Name Canena geht auf die arabische Sippe Banu Kinina zurück, die in der Zeit der maurischen Eroberung nach Al-Andalus gekommen war. Bei der Reconquista fiel der Ort 1226 an Fernando III. – zur gleichen Zeit also wie die gesamte Region.
Gegen Ende des 15. Jahrhunderts bemächtigt sich Sancho de Benavides Canena´s im Zuge seiner Auseinandersetzung mit dem Calatrava-Orden. Er beginnt ohne königliche Erlaubnis mit dem Bau einer Burg, womit er Baeza und die Katholischen Könige gegen sich aufbringt, denn letztere hatten den Bau neuer Burgen in der Gegend verboten, um so den Zwistigkeiten zwischen verschiedenen Lagern von Adligen ein Ende zu bereiten.
1538 kauft Francisco de los Cobos die Villa de Canena; der Sekretär von Kaiser Carlos V. war ein bedeutender Mäzen der Renaissancekunst in Úbeda und Umgebung. Er gliedert den Marktflecken einem ausgedehnten Señorío ein, der nach seinem Tod an seine Gattin und deren Nachfahren fällt, die Marqueses de Camarasa. Canena schenkte dieser große Kunstförderer eines seiner bedeutendsten architektonischen Projekte: Von Andrés de Vandelvira nämlich ließ De los Cobos die Burg zu einem prachtvollen Renaissanceschloss erweitern.
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